Wir freuen uns riesig, dass wir Gabriel Wolkenfeld für die diesjährige WORT&PSYCHE gewinnen können. Er liest am 01. Mai um 19 Uhr für Depribuddy. Die Lesung findet wie immer online statt und ist kostenlos. Ihr dürft uns dennoch gerne spenden.
Damit sich wirklich alle trauen teilzunehmen, haben wir auf unnötige Hürden verzichtet: Die Kamera bleibt aus, wenn du das möchtest. Kein Outfit, keine aufgeräumte Wohnung, keine Schminke – einfach du. Ein gemeinsamer schöner Abend mit Lesung und anschließender kleiner Talkrunde.
Veranstaltungszeit: 01.05.2026, 19 Uhr
Ort: Online, via Zoom - hier klicken
Kostenfrei, über Spenden freuen wir uns sehr
Über Gabriel Wolkenfeld
Gabriel Wolkenfeld, 1985 in Berlin geboren und aufgewachsen, studierte Germanistik, Russistik und allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft in Potsdam. Längere Studien- und Arbeitsaufenthalte führten ihn nach Estland, Russland, in die Ukraine und nach Israel. Er organisierte ukrainisch-deutsche Jugendbegegnungen. Freiberuflich ist er als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache tätig. In regelmäßigen Abständen bietet er für deutsche Muttersprachler:innen sowie Menschen mit Deutsch als Fremdsprache Schreibwerkstätten an, u. a. im Also Auftrag der Berliner Volkshochschulen. Gelegentlich ist er als Lektor tätig und verfasst Rezensionen zu belletristischen Werken, u.a. für Sissy. Seit 2013 veröffentlicht er Lyrik und Prosa in diversen Anthologien. Zu seinen Gedichten fertigt Wolkenfeld gelegentlich Bildcollagen an.
Foto: Hassan Taheri
Amarek - Märchen für erwachsene Kinder und kindische Erwachsene
Amarek, der Legende nach von einer leicht alkoholisierten Gottheit in zweimal sieben Tagen erschaffen, wird mit strenger Hand von einem König regiert, der auf viel zu kurzen Beinchen durch sein Schloss trippelt. Sprichwörtlich kurz auch die Beine der lügenhaften Inhalte, die sein Stadtschreiber produziert. Und auch sonst ist das Personal nicht mehr, was es früher einmal war: Der Sohn des Henkers hängt auf einmal seinen Beruf an den Nagel – das Töten entspreche nicht seiner Natur –, und dann kommt auch noch der Tod selbst drauf, dass er erschöpft ist und Ruhe braucht, und verweigert den Menschen das Sterben. Dazwischen treiben Waldalben und Kobolde Schabernack. Zum Glück haben die zwei ungleichen Schwestern für fast alles eine Lösung in Form eines Tränkchens, vorausgesetzt, sie mischen es richtig zusammen ...
Bei den in Amarek versammelten zwölf Texten handelt es sich, wiewohl inspiriert vom deutschsprachigen, slawischen und jüdischen Märchenschatz, um keine Adaptionen, sondern um eine freie Schöpfung des Autors. Anders als im Genre üblich, stattet Gabriel Wolkenfeld seine Figuren mit einer psychologischen Tiefe aus, erspart ihnen Allzumenschliches nicht. Feinste Poesie vereint sich virtuos mit urkomischen Einfällen und einer schier unbändigen Lust am Fabulieren